Zürich, Oktober 2025 – Die Alliance for Implant Dentistry (AID) würdigte herausragende klinische Forschung mit dem Practical Impact Award 2025 und zeichnete Dr. Sabrina Maniewicz für ihre Pionierarbeit zur in der Eckzahnregion positionierten Einzelimplantat-Unterkieferdeckprothese (c-SIMO) aus.
Ihre multizentrische Pilotstudie untersuchte, ob das Setzen eines einzelnen Implantats in der Eckzahnregion auf der bevorzugten Kauseite der Patientinnen und Patienten eine tragfähige Alternative zur herkömmlichen Implantation in der Mittellinie darstellt. Die Ergebnisse nach einem Jahr waren vielversprechend: Bei 15 Teilnehmenden wurde eine Implantatüberlebensrate von 100 % berichtet, die Lebensqualität und Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten verbesserten sich deutlich, und prothetische Komplikationen blieben gering.
Dr. Maniewicz betont, dass die Idee aus den alltäglichen Herausforderungen älterer und zahnloser Patientinnen und Patienten entstand:
Dr. Sabrina Manievicz
Das Interesse an Einzelimplantat-Unterkieferdeckprothesen (SIMO) ergibt sich aus der täglichen Erfahrung mit älteren Patientinnen und Patienten. Viele zahnlose Menschen erhalten ihre ersten Totalprothesen heute erst im höheren Alter, oft bei schlechterem Gesundheitszustand und begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Während die Standard-Zwei-Implantat-Lösung effektiv ist, kann sie für einige zu invasiv oder zu teuer sein. SIMO bietet eine weniger invasive, kostengünstigere Alternative, die die Akzeptanz der Behandlung verbessern könnte.“ — Dr. Sabrina Maniewicz.
Der c-SIMO-Ansatz passt ein bestehendes Behandlungskonzept an, indem das Implantat von der Mittellinie in die Eckzahnregion verlagert wird. Diese subtile Änderung kann klinisch relevante Vorteile bringen:
„Unser Ziel ist es, bestehende Konzepte weiter zu verbessern – in diesem Fall durch die Verlagerung des Implantats von der Mittellinie in die Eckzahnregion auf der bevorzugten Kauseite (c-SIMO). Diese Position bietet potenzielle Vorteile: Die Implantatunterstützung liegt näher am Kauzentrum, was die Kaueffizienz verbessern könnte; die prothetischen Komponenten befinden sich in einem Bereich mit mehr verfügbarem Volumen, was das Frakturrisiko reduziert; und schliesslich ermöglicht sie, bei Bedarf später ein zweites Implantat zu setzen und so zur Standard-Zwei-Implantat-Lösung zurückzukehren. C-SIMO könnte somit Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit verbinden und damit die Akzeptanz bei den Patientinnen und Patienten erhöhen.“ — Dr. Sabrina Maniewicz
Obwohl die bisherigen Daten vielversprechend sind, warnt Dr. Maniewicz davor, die Ergebnisse zu überbewerten, und betont die Bedeutung weiterer Forschung:
„Der c-SIMO-Ansatz ist im Vergleich zu Midline-SIMO oder Zwei-Implantat-Prothesen noch relativ neu. Grössere, langfristige Studien sind erforderlich, um seine Leistungsfähigkeit zu bestätigen. Wir führen diese Forschung derzeit weiter und hoffen, die Ergebnisse in den kommenden Jahren teilen zu können.“ — Dr. Sabrina Maniewicz
Die Forschungskommission der AID würdigte diese Studie für ihre Originalität, ihre hohe methodische Qualität und insbesondere für ihre praktische Relevanz in der klinischen Implantologie. Mit dem Practical Impact Award 2025 gratuliert die AID Dr. Maniewicz und ihrem Team zu dieser Leistung und dankt gleichzeitig allen Forschenden, die ihre Arbeiten für den diesjährigen Preis eingereicht haben.
Die Arbeit von Dr. Maniewicz zum c-SIMO-Konzept ist ein eindrucksvolles Beispiel für Wissenschaft mit praktischem Nutzen – sie bietet eine Behandlungsoption, die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zugänglichkeit vereint und das Potenzial hat, die Lebensqualität älterer Patientinnen und Patienten weltweit zu verbessern.
Autor: Dott.ssa Anna Stelling-Germani
Bild: Preisverleihung an der Mitgliederversammlung im Oktober 2025 | von links nach rechts: Christian Ramel, Sabrina Maniewicz, Konrad Meyenberg