{"id":2654,"date":"2026-06-19T08:46:56","date_gmt":"2026-06-19T06:46:56","guid":{"rendered":"https:\/\/aid-foundation.com\/?p=2654"},"modified":"2026-06-19T08:55:42","modified_gmt":"2026-06-19T06:55:42","slug":"weichgewebe-im-fokus-aesthetik-planung-und-teamarbeit-beim-aid-my-generation-symposium-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aid-foundation.com\/en\/weichgewebe-im-fokus-aesthetik-planung-und-teamarbeit-beim-aid-my-generation-symposium-2026\/","title":{"rendered":"Weichgewebe im Fokus: \u00c4sthetik, Planung und Teamarbeit beim AID my Generation Symposium 2026 (Deutsche Version)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Z\u00fcrich, 21. Mai 2026<\/strong> \u2013 <em>\u00abPink. White. Wow. \u2013 Weichgewebe formen. Kronen perfektionieren. Im Team gewinnen.\u00bb<\/em> Unter diesem Motto stand das diesj\u00e4hrige AID my Generation Symposium. Die drei Programmpunkte spiegelten den Titel nahezu perfekt wider: Dr. Kai Fischer widmete sich dem Weichgewebemanagement rund um Implantate, PD Dr. David Schneider beleuchtete die Voraussetzungen f\u00fcr \u00e4sthetisch und funktionell \u00fcberzeugende Kronen und zeigte gemeinsam mit Zahntechniker Daniel Pally, weshalb erfolgreiche Ergebnisse heute mehr denn je auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Klinik und Labor beruhen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>Weichgewebe als Schl\u00fcssel zum Erfolg<\/strong><\/strong><br><br>Mit seinem Vortrag \u00abWeichgewebe ums Implantat \u2013 Graft ja\/nein, welche Techniken, wie freilegen?\u00bb r\u00fcckte Dr. Kai Fischer die Bedeutung des Weichgewebes f\u00fcr den langfristigen Erfolg implantologischer Versorgungen in den Mittelpunkt. Wer sich ausschliesslich auf das Hartgewebe konzentriere, greife zu kurz, so seine zentrale Botschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Anhand zahlreicher Fallbeispiele verdeutlichte Fischer die Bedeutung eines gezielten Weichgewebemanagements. Er stellte verschiedene chirurgische Ans\u00e4tze zur Weichgewebeaugmentation und Implantatfreilegung vor und diskutierte Techniken wie die Palacci-Technik, den Roll-Lappen oder die M\u00e4ander-Technik nach Arndt Happe und Gerd K\u00f6rner. Anschliessend widmete er sich den unterschiedlichen Entnahmestellen f\u00fcr Bindegewebetransplantate. Dabei stellte er klinische Erfahrungen den Erkenntnissen aus der Literatur gegen\u00fcber und zeigte auf, welchen Einfluss die Wahl des Gewebes und der Technik auf die langfristige Stabilit\u00e4t und \u00c4sthetik haben kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Abschluss seines Vortrags stellte Fischer die Frage nach dem Goldstandard im Weichgewebemanagement bei Zahnimplantaten. Er diskutierte verschiedene Verfahren und Materialien sowie deren Vor- und Nachteile. Sein pers\u00f6nliches Fazit: Unter den vorgestellten Verfahren betrachtet er das Bindegewebetransplantat in Kombination mit einem koronal verschobenen Lappen weiterhin als besonders verl\u00e4ssliche L\u00f6sung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>Die perfekte Krone im Fokus<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten Vortrag widmete sich Dr. Schneider der Frage, was eine \u00abperfekte Krone\u00bb ausmacht. Was zun\u00e4chst einfach klingt, entpuppte sich bei genauerer Betrachtung als komplexes Zusammenspiel zahlreicher Faktoren. Denn jede klinische Situation ist individuell, und eine Krone l\u00e4sst sich nie isoliert beurteilen. Symmetrie, Nachbarz\u00e4hne, kontralaterale Z\u00e4hne und die funktionelle Einbindung in das bestehende Gebiss spielen dabei ebenso eine Rolle wie die \u00c4sthetik. Nicht zu vergessen ist die Sicht des Patienten: Allzu oft werde dessen Wunsch vernachl\u00e4ssigt, w\u00e4hrend sich der Behandler zu stark auf das technisch Machbare konzentriere.<\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren Verlauf seines Vortrags besch\u00e4ftigte sich Schneider mit der Frage, wie \u00c4sthetik \u00fcberhaupt beurteilt werden kann. Anhand etablierter Bewertungssysteme wie dem Pink Esthetic Score (PES nach F\u00fcrhauser et al.) und dem White Esthetic Score (WES nach Belser et al.) zeigte er M\u00f6glichkeiten auf, das Erscheinungsbild von Kronen und umliegendem Weichgewebe systematisch zu bewerten. Gleichzeitig warnte er davor, solchen Scores blind zu vertrauen, und verwies auf die begrenzte Reproduzierbarkeit der Bewertungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als zentrale Voraussetzung f\u00fcr erfolgreiche Ergebnisse bezeichnete Schneider die Planung. Moderne M\u00f6glichkeiten wie die schablonengef\u00fchrte Implantation und die computerassistierte Planung helfen dabei, bereits fr\u00fch die richtigen Voraussetzungen f\u00fcr die sp\u00e4tere Versorgung zu schaffen. Gleichzeitig betonte er, dass der Aufbau von Hart- und Weichgewebe h\u00e4ufig anspruchsvoll sei und nicht immer jedes Defizit vollst\u00e4ndig rekonstruiert werden k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erfolgreiche Ergebnisse entstehen im Team<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam mit Zahntechniker Daniel Pally richtete Dr. Schneider den Blick zum Abschluss auf die Zusammenarbeit zwischen Praxis und Labor. Beide Referenten zeigten, wie stark die Digitalisierung die Kommunikation ver\u00e4ndert hat und welche M\u00f6glichkeiten sich daraus f\u00fcr Diagnostik, Planung und Zusammenarbeit ergeben. Digitale Fotos, intraorale Scans, 3D-R\u00f6ntgenaufnahmen und moderne Planungssoftware erm\u00f6glichen heute einen schnelleren und umfassenderen Informationsaustausch als je zuvor. Gleichzeitig wurde deutlich, dass digitale Werkzeuge allein noch keine erfolgreiche Versorgung garantieren und in bestimmten Situationen an ihre Grenzen stossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Pally betonte, wie wichtig es f\u00fcr Zahntechniker ist, m\u00f6glichst fr\u00fch in die Behandlungsplanung einbezogen zu werden. Je besser die klinische Ausgangssituation und die Behandlungsziele verstanden werden, desto gezielter k\u00f6nnen technische L\u00f6sungen entwickelt werden. Beide Referenten pl\u00e4dierten deshalb f\u00fcr einen interdisziplin\u00e4ren Ansatz, bei dem digitale und analoge Methoden sinnvoll kombiniert werden und Zahnarzt, Zahntechniker und Patient von Beginn an als Team zusammenarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit: Biologie, Planung und Kommunikation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz unterschiedlicher Themenschwerpunkte verband die drei Vortr\u00e4ge eine gemeinsame Botschaft: Langfristig erfolgreiche Implantatversorgungen entstehen nicht durch einzelne Behandlungsschritte, sondern durch das Zusammenspiel biologischer Grundlagen, sorgf\u00e4ltiger Planung und enger Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Weichgewebemanagement, Kronengestaltung oder digitale Workflows \u2013 letztlich steht immer dasselbe Ziel im Mittelpunkt: stabile, funktionelle und \u00e4sthetische Ergebnisse f\u00fcr den Patienten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich, 21. Mai 2026 \u2013 \u00abPink. White. 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